Prof. Mildenbergers DICOM-Treff belegt in der Radiologie-IT Veranstaltungsszene seit vielen Jahren einen Spitzenplatz. Nirgendwo sonst bekommt man so detaillierte Informationen und erlebt die Referenten hautnah wie im Schloß Waldthausen. Wie sollte es anders sein: Das Schwerpunktthema 2019 lautete ,Künstliche Intelligenz’.

Auf etwa 300 Besucher ist die Schar der Interessierten inzwischen angewachsen, die sich von Prof. Mildenbergers klar strukturierter Vortragsreihe durch die Sessions leiten lassen, um sich bei den Trends der Radiologie-IT auf den neusten Stand zu bringen.

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Mehr als 300 Interessierte kamen zu Prof. Peter Mildenberger ins Schloß Waldthausen, um sich in Sachen Radiologie-IT weiterzubilden.

Während es in der ersten Session am Donnerstagnachmittag, die von Prof. Stefan Schönberg und Prof. Elmar Kotter geleitet wurden, um die Grundlagen in Sachen Künstlicher Intelligenz ging, richtete Session 2, geleitet von Prof. Kurt Marquart und Dirk Uphus (Servicecenter-IT Universitätsmedizin Mainz),  den Fokus auf die Auswirkungen von KI bei Teleradiologie und eHealth.

Der erste der drei Veranstaltungstage endete gleich mit zwei Highlights. Zum einen trug Martin Tschirsich vom Chaos-Computerclub seine Sicht der Dinge zu sicheren eHealth-Anwendungen vor und zum anderen leitete die Medizinethikerin Prof. Susanne Michl mit ihrem Impulsvortrag die Dinner-Diskussionsrunde ein, die klären sollte, ob die Auswirkungen auf Arbeitsabläufe und die Geschäftsmodelle mit unseren ethischen Grundsätzen vereinbar sind?

„Wir müssen uns bewusst werden, in welchem Wandlungsprozess wir uns befinden“, konstatierte Dr. Susanne Michl, Juniorprofessorin für Medical Humanities und Medizinethik an der Charité, und monierte ein wenig, dass die Gefahrenpotenziale so diskutiert würden, wie wenn sie ein isoliertes Phänomen darstellten. Doch die Digitalisierung im Gesundheitswesen ist nich die einzige Entwicklung in unserer Gesellschaft. Vielmahr kommt es gesellschaftsübergreifend in annähernd allen Branchen zu mehr Spezialisierung, Automatisierung, Kommerzialisierung und Komplexität, die es zu bewältigen gilt.

Digitalisierung wird Lösungen bieten, aber auch so manche vorhandene Missstände verschärfen oder neue schaffen. Deshalb wäre es nicht ganz richtig die Entwicklungen im Gesundheitswesen isoliert zu betrachten. So lautete der Tenor des Impulsvortrags: Wir werden Regeln beziehungsweise Ethik-Kodizes brauchen, um neue Technologien nach gewissen Maßstäben zu entwickeln, zu beurteilen und letztendlich damit umzugehen. Ausserdem braucht es ein gewisses Maß an Vertrauen ins System, um die zunehmende Komplexität zu reduzieren. 

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Ein fachkundige Runde diskutierte zum Thema: Künstliche Intelligenz und eHealth – Sind Auswirkungen auf Arbeitsabläufe und die Geschäftsmodelle mit unseren ethischen Grundsätzen vereinbar? (vlnr: Prof. Susanne Michl, Dr. Peter Gocke, Thomas Seiler, Martin Tschirsich, Prof. Christoph Becker, Prof. Peter Mildenberger)

KI muss transparent sein. Es muss möglich sein, die Funktionsweise der Algorithmen sowohl zu verstehen als auch einschätzen zu können. Gleichzeit braucht es ein Monitoring, um zu kontrollieren wie sich die Systeme weiter entwickeln. Es wäre falsch, der Technologie und vor allem deren oft branchenfremden Entwicklern blind zu vertrauen. Die Radiologie muss sich unbedingt aktiv an der Produktentwicklung beteiligen, um den Besonderheiten der Disziplin Rechnung zu tragen.

Der Veranstaltungsfreitag begann traditionell mit der Session zu den Updates im DICOM- und IHE-Standard, bevor es in der von Prof. Marc. Dewey und Prof. Matthias Langer geleiteten Session 4, wieder um praxisnähere Themen wie neue Entwicklungen bei den IT-Infrastrukturen ging. Damit war dann auch der perfekte Übergang zu den Nachmittagssessions hergestellt. Session 5 befasste sich mit den praktischen Anwendungen und ersten Erfahrungen im Einsatz künstlich intelligenter Algorithmen, währen in Session 6 die Entscheiderfabrik von Pierre-Michel Meier das Ruder übernahm. Zu guter letzt ging es in den Sessions 7 und 8 am Samstagvormittag um Business Analytics und Dosismanagement sowie um die Strukturierte Befundung.

Die beste Nachricht kommt zum Schluss: Mit dem DICOM-Treff geht es im nächsten Jahr weiter, vermutlich vom 9.-11- Juli 2020. Auch wenn der Veranstaltungsort noch nicht feststeht ist (der Eigentümer von Schloß Waldthausen möchte die Immobilie verkaufen), wird sich sicher ein neues Domizil finden.