Das Jahr 2016 war eine sehr erfolgreiches für die European Society of Radiology (ESR) und war geprägt von großen Errungenschaften sowie tiefgreifenden strukturellen Änderungen. Die neue Führungsstruktur, mit dem Chair of the Board of Directors als Verantwortlicher für alle Rechts- und Managemententscheidungen und dem ESR President als Vertreter der ESR nach außen, hat sich als sehr erfolgreich erwiesen.

„Es ist eine große Ehre und auch eine große Verantwortung, diese neue Position des ESR President und Chair of the ECR Programme Planning Committee bekleiden zu dürfen. Bisher war die Amtsabfolge der ESR und des ECR voneinander getrennt und so hatten wir hervorragende Präsidenten der Gesellschaft, die aber nie Präsident des Kongresses wurden und umgekehrt. Nachdem beide, die Gesellschaft und der Kongress, stetig wachsen, wurde entschieden, dies zu überdenken und die Statuten zu ändern, sodass die Ämter der beiden nun nicht mehr parallel laufen, sondern vereinheitlicht wurden“, zeigt sich Professor Paul Parizel, ESR President und Leiter der Abteilung für Radiologie am Universitätsspital Antwerpen, Belgien, von den Änderungen überzeugt.

Dem Trend der letzten Jahre folgend, hat die ESR auch 2016 zahlreiche neue Mitglieder gewonnen und mit Stand 30. November 2016 einen neuen Rekord von 69.341 Mitgliedern aus 157 Ländern erreicht. Diese Zahlen unterstreichen den Status der ESR als größte radiologische Gesellschaft der Welt.

Als Antwort auf die zunehmende Nachfrage nach Wissen und Fähigkeiten im Bereich PET/CT und PET/MRI, bedingt durch deren steigende Verwendung, und in Einklang mit dem Bestreben, vermehrt Fortbildung und Training in der Nuklearmedizin anzubieten, wurde am ECR 2016 die European Society for Hybrid Medical Imaging (ESHI) formell gegründet. Seit ihrem Start ist die Gesellschaft auf einem sehr vielversprechenden Weg.

Der International Day of Radiology (IDoR), gemeinsam organisiert von der ESR, der Radiological Society of North America (RSNA) und dem American College of Radiology (ACR), hat bei seiner fünften Auflage unter dem Hauptthema „Breast imaging and the fundamental role of radiology in the detection, diagnosis and management of breast diseases“ mit 155 Gesellschaften einen neuen Teilnehmerrekord aufgestellt.

Als logische Folge der verstärkten Zusammenarbeit zwischen der ESR und der EFRS (European Federation of Radiographer Societies) wurde im November 2016 eine neues Memorandum of Understanding (MoU) unterzeichnet, in welchem die EFRS den ECR als „official annual scientific meeting in medical imaging for radiographers“ anerkennt. Beide Gesellschaften arbeiten nun daran, die Zahl der ESR Radiographer Members, der eingereichten Abstracts in dieser Kategorie und die der Radiologietechnologen als Teilnehmer am ECR zu erhöhen.

Über 1000 Radiologen haben mittlerweile das European Diploma in Radiology (EDiR) abgelegt, und der erste Testversuch einer computerbasierten Prüfung wurde am ECR 2016 erfolgreich absolviert. Mit dieser neuen Prüfungsmethode wird einer großen Zahl an Kandidaten in unterschiedlichen Ländern die Teilnahme am Diploma ermöglicht.

„Die ESR hat 2016 einige wichtige Schritte unternommen, um die Einbindung der lateinamerikanischen Länder in die europäische radiologische Gemeinschaft zu stärken. Allem voran die Bereitstellung von 100 geförderten Plätzen im ESR Invest in the Youth Programm exklusiv für Bewerber aus Lateinamerika“, so Parizel, der in seiner Funktion als ESR President zahlreiche Meetings und Kongresse in Lateinamerika besucht hat. Eine weitere wichtige Neuerung ist die Einführung von spanisch und portugiesisch sprachigen Versionen des Mitglieder-Newsletters ESR News. Darüber hinaus ist die ESR regelmäßig auf Board-Level auf radiologischen Events in Latein Amerika vertreten und seit 2010 wurden 27 Veranstaltungen der European School of Radiology (ESOR) in 4 Ländern (Chile, Brasilien, Kolumbien und Mexiko) abgehalten.

Weiterhin stark im Fokus der ESR ist auch Asien, aus dem 23% der Mitglieder kommen und wo seit 2006 67 Veranstaltungen durch die European School of Radiology (ESOR) organisiert wurden. Um die Beziehungen mit den asiatischen Kollegen zu stärken, hat Professor Parizel Kongresse in China, Indien und Kasachstan besucht und zeigte sich beeindruckt vom Niveau des radiologischen Wissens und der Expertise.

Beim 29. Europäischen Radiologenkongress (European Congress of Radiology/ECR) vom 1. bis 5. März 2017 im Austria Center in Wien werden auch heuer wieder Spezialisten aus dem Bereich der medizinischen Bildgebung ihr Fachwissen auf den verschiedensten Gebieten austauschen, und die neuesten Erkenntnisse der Forschung präsentieren.

Der ECR ist die Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für Radiologie (European Society of Radiology/ESR), welche weltweit über 69.000 Radiologen vertritt. Mit mehr als 25.000 Teilnehmern aus der ganzen Welt ist der ECR einer der größten medizinischen Kongresse weltweit; zusätzlich bietet er eine der größten Industrieausstellungen in Europa, bei der auf über 26.000 m² mehr als 300 internationale Firmen die neuesten Produkte der Medizintechnik vorstellen.

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