Von den frühesten Brustkrebsaufnahmen anhand von Röntgenbildern von Mastektomieproben durch Albert Salomon über die Entwicklungen des 20. Jahrhunderts wurden, bedingt durch die Vorteile von immer genauer werdenden präoperativen Diagnosemöglichkeiten, große Fortschritte in der Mammographie gemacht. Der Durchbruch war die randomisierte Studie des Health Insurance Plan of New York, in welcher sich ein Rückgang der Mortalitätsrate um ein Drittel durch Mammographie und klinische Untersuchung zeigen ließ. Weitere internationale Studien folgten und kamen ebenfalls zu dem Ergebnis, dass ein bevölkerungsweites Screening einen positiven Effekt hätte. Durch die massive Unterstützung durch die Gesundheitsindustrie kam es zu technischen Verbesserungen, die in einer erhöhten diagnostischen Genauigkeit und einer verringerten Strahlendosis resultierten.

„Das Thema Brustkrebsscreening war kontrovers, da unterschiedliche Interpretationen der verschiedenen Studien und nachfolgende Evaluierungen von nationalen Screeningprogrammen vermuten ließen, dass Überdiagnosen vorkommen können. Also das Finden einer Krebserkrankung, die der betroffenen Frau zu Lebzeiten wahrscheinlich nie gefährlich geworden wäre. Die Häufigkeit ist umstritten, es ist aber anzunehmen, dass sie zwischen 10–20% liegt. Darüber hinaus ist die Anzahl der Frauen, die zum Screening eingeladen werden, zu groß und nicht alle Frauen erhalten den gleichen Vorteil aus der Untersuchung. Rund 10% der Patientinnen haben sehr dichtes Brustgewebe und die Sensitivität der Mammographie sinkt auf unter 60%. Frauen haben auch ein unterschiedliches erbliches Risiko an Brustkrebs zu erkranken und nicht alle haben daher einen Vorteil durch das Screeningprogramm“, so Professor Fiona J. Gilbert, Leiterin der Abteilung für Radiologie an der School of Clinical Medicine der University of Cambridge in England.

Durch Risikostratifikation kann Screening selektiver angeboten werden und es können auch geeignetere Methoden als die Mammographie zum Einsatz kommen. Durch eine zweckmäßigere Herangehensweise könnte es möglich werden, jene Krebserkrankungen zu finden, die einen Schaden verursachen und jene zu ignorieren, die der Patientin nie Probleme bereiten werden und besser gar nicht gefunden werden sollten. Der Bildgebungs-Phänotyp einer Brustkrebserkrankung wird benutzt, um die Wahrscheinlichkeit festzustellen, ob eine Läsion invasiv ist oder sich nur vor Ort ausgebreitet hat, was sich wiederum auf die diagnostische Zugangsweise auswirkt.

Die morphologische Beschaffenheit gibt Aufschluss darüber wie aggressiv eine Krebserkrankung ist, und die funktionale Bildgebung wiederrum gibt einen Einblick in Durchblutung, Metabolismus und zelluläre Aktivität einer Läsion oder eines Organes. Funktonale Magnetresonanz-Bildgebungstechniken inkludieren die dynamisch-kontrastverstärkte MRT, die diffusions-gewichtete MRT und die blood oxygen level dependent MRT (bei der das Bildsignal abhängig vom Sauerstoffgehalt in den roten Blutkörperchen ist) und lässt Rückschlüsse auf Pathologie und pathologische Prozesse zu, die mit traditionellen bildgebenden Methoden nicht möglich sind. Die Molekulare Bildgebung, unter anderem die Positronen-Emissions-Tomographie mittels der Verwendung von radioaktiven Markern, gibt Informationen über den Metabolismus und die Ausbreitung der Erkrankung.

Brustkrebs weist einen ausgeprägten Grad an tumoraler Heterogenität auf, welche die klonale Vielfältigkeit widerspiegelt, welche wiederrum in den verschiedensten metabolischen und funktionalen phänotypischen Merkmalen resultiert. Diese Vielfältigkeit kann in unterschiedlichen Diagnosen und auch in einem unterschiedlichen Ansprechen auf die Behandlung münden, was die Auswahl der richtigen Therapie für den einzelnen Patienten zu einer Herausforderung macht.

Informationen über die Vaskularität und die Ausbreitung der Erkrankungen können hierbei Aufschlüsse über das Ansprechverhalten auf die Therapie liefern.

„Es gibt erste Ansätze einer Bewegung hin von einer morphologischen zu einer funktionellen Bildgebung bei Brustkrebs, und die Zeit ist reif, um sich Gedanken zu machen, ob es genügend wissenschaftliche Beweise gibt, unsere Routine zu ändern“, so Gilbert abschließend.

Durchbrüche:

  1. Risikostratifikation
  2. Digitale Mammographie
  3. Digitale Brusttomosynthese
  4. Automatisierte Brustgewebe-Dichtheitsmessung
  5. Kontrastverstärkte Mammographie
  6. Automatisierter Ultraschall der gesamten Brust
  7. Magnetresonanz-Bildgebung – Kontrasttechniken, Diffusionsgewichtete Bildgebung
  8. Verkürzte MRT beim Screening
  9. Hyperpolarisierte MRT
  10. PET/MRT