Die Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin (DGN) und die Deutsche Röntgengesellschaft (DRG) wollen künftig gemeinsam die hybride Bildgebung (PET/MRT, PET/CT, SPECT/CT) als einen wichtigen Eckpfeiler in der klinischen Diagnostik weiter voranbringen. Zu diesem Zweck wurde eine „Interdisziplinäre Arbeitsgemeinschaft für hybride Bildgebung“ (ID AG Hybride BG) ins Leben gerufen. Deren Gründungsversammlung fand am 27. September in Berlin statt.

Die Deutsche DGN und die DRG wollen künftig gemeinsam die hybride Bildgebung weiter voranbringen.

Sie sind wahre Meister, wenn es um das präzise Aufspüren von Krebs- oder Demenzerkrankungen oder die onkologische Therapieplanung geht: Hybridgeräte in der medizinischen Bildgebung. In Kombination der Vorteile zweier Modalitäten reduzieren sie den Untersuchungsaufwand und liefern gleichzeitig eine sehr hohe Bildqualität. Vereinen lassen sich unterschiedliche radiologische und nuklearmedizinische Verfahren: Positronen-Emissions-Tomografie und Magnetresonanztomografie (PET/MRT), Positronen-Emissions-Tomografie und Computertomografie (PET/CT) sowie Single-Photon-Emissionscomputertomografie und Computertomografie (SPECT/CT). Besonders das PET/CT ist bereits seit einigen Jahren in der radiologischen und nuklearmedizinischen Diagnostik fest verankert. Es erlaubt eine exakte Darstellung von Tumoren, indem es die Bilder von Stoffwechselvorgängen der PET mit der dreidimensionalen Detailgenauigkeit der CT verbindet. Inzwischen stehen auch kombinierte PET/MRT-Geräte zur Verfügung. Neben der Früherkennung von Tumoren kommen sie bei Herz- und Kreislauferkrankungen oder auch in der Hirnforschung verstärkt zum Einsatz. Aufgrund der geringeren Strahlendosis ist diese Technik zudem insbesondere für Kinder und Jugendliche mit Krebserkrankungen geeignet.

Mit der Gründung der „Interdisziplinären Arbeitsgemeinschaft für hybride Bildgebung“ wollen die DGN und die DRG künftig in enger Zusammenarbeit dazu beitragen, die Hybridbildgebung in Deutschland weiter zu etablieren. „Wir möchten mit der interdisziplinären AG zusammen einen wegweisenden Beitrag zur weiteren Entwicklung der PET-Hybridbildgebung und insbesondere der molekularen Bildgebung in der Versorgung unserer Patienten leisten und eine gemeinsame Plattform für Nuklearmediziner und Radiologen schaffen“, erläutert DGN-Präsident Prof. Dr. Bernd Joachim Krause, Universitätsmedizin Rostock. Im Mittelpunkt der gemeinsamen Arbeit steht insbesondere die Entwicklung prospektiver multizentrischer Studienkonzepte, die eine Standardisierung von Untersuchungen sowie eine valide statistische Analyse ermöglichen. DRG-Präsident Prof. Dr. Stefan Schönberg, Universitätsmedizin Mannheim: „Zu möglichen Forschungsprojekten gehören vor allem die multiparametrische PET/MRT der Prostata, Fragestellungen zur pädiatrischen Bildgebung sowie weitere Fragestellungen im Rahmen der onkologischen und inflammatorischen Diagnostik.“

Der Vorstand der ID AG Hybride Bildgebung setzt sich paritätisch aus je zwei Mitgliedern der beiden Gesellschaften zusammen. Den Vorstandsvorsitz haben für die Radiologen PD Dr. Lale Umutlu, für die Nuklearmediziner Prof. Dr. Ken Herrmann (beide Universitätsklinikum Essen) inne. Die beiden Präsidenten von DGN und DRG sind ebenfalls Mitglieder des Vorstands.

Als erste gemeinsame Veröffentlichung ist noch für 2017 ein Konsensuspapier geplant über „Integrated whole-body [18F]FDG-PET/MRI for oncology: A German consensus recommendation”.

Zur Webseite der Interdisziplinären Arbeitsgemeinschaft für hybride Bildgebung

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