Himmelsscheibe von Nebra geröntgt

Himmelsscheibe von Nebra geröntgt
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Um bei Röntgenuntersuchungen Details zu erkennen, braucht man nicht nur die richtige Ausrüstung, sondern auch Know-how.

Die Himmelsscheibe von Nebra gilt als einer der bedeutendsten archäologischen Funde des vergangenen Jahrhunderts. Das antike Stück zeigt die weltweit älteste konkrete Darstellung des Tag- und Nachthimmels: Als zentrales Element ist zwischen Sonne und Mond ein Schiff zu sehen. Aus dem Alten Ägypten gibt es Überlieferungen, bei denen eine Sonnenbarke (Schiff) die Sonne nachts nach dem Untergang im Westen wieder zurück zum Sonnenaufgang im Osten bringt. Für diese Theorie spricht ebenfalls der Goldbogen am Scheibenrand der Himmelsscheibe von Nebra. Goldspuren am gegenüberliegenden Seitenrand belegen, dass auch dort ein Goldbogen eingearbeitet war. Beide Horizontbögen erstrecken sich exakt über einen Winkelbereich von 82 Grad und beschreiben die Bahn der Sonnenunter- und Sonnenaufgänge am Fundort zwischen Sommer und Wintersonnwende. Die Himmelsscheibe gibt uns einen Einblick über das Wissen unserer Vorfahren über den Weltenlauf und seine religiöse Deutung vor 3600 Jahren. 

Bereits viele naturwissenschaftliche Untersuchungen sind an der Himmelsscheibe von Nebra angewendet worden, um mehr über ihr inneres Geheimnis zu erfahren. 

Um Informationen über den inneren Aufbau zu bekommen, wurde die Himmelsscheibe in der Vergangenheit auch schon am Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle mehrfach geröntgt – allerdings nur mit konventioneller Filmtechnik. „Die Bilder, die wir mit der herkömmlichen Technik erhielten, waren schon recht gut – aber mit heutiger digitaler Aufnahmetechnik nicht vergleichbar“, sagte Heiko Breuer, Diplom-Restaurator am Landesmuseum für Vorgeschichte. 

Die Ergebnisse mit dem neuen großformatigen digitalen Detektor und dem Röntgengerät der Firma EXAMION ergaben weitaus brillantere Bilder – und dies auch ohne lange Filmentwicklungszeiten abwarten zu müssen. 

„Wir können auf den neuen digitalen Röntgenbildern nun noch eine Vielzahl feiner Haarrisse im Material erkennen, die beim Schmieden der Scheibe vor 3600 Jahren entstanden sind – aber heute unsichtbar, weil sie tief im metallischen Kern der Bronzeplatte verborgen sind,“ beschreibt Heiko Breuer erste Erkenntnisse der Röntgenuntersuchung. 

EXAMION stellte dem Restaurator einen erfahrenen Röntgentechniker zur Seite, um gemeinsam die optimalen Aufnahmeparameter für die Untersuchung der wertvollen Scheibe auszuwählen.

Bernhard Schleicher, Geschäftsführer von EXAMION, freut sich: „Es ist schön zu sehen, dass sich unsere Produkte auch für die Untersuchung antiker Fundstücke bestens eignen.“ 

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Mithilfe digitaler Röntgenbilder war es möglich, in der Himmelsscheibe eine Vielzahl feiner Haarrisse zu erkennen, die beim Schmieden vor 3600 Jahren entstanden sind.

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