Wachstum mit KI

Im Sommer 2022 kam mit Incepto ein weiterer Marktplatz für KI-Algorithmen in Deutschland auf den Markt. Da sich das Unternehmen in Frankreich bereits stabil entwickelte, beschloss das Management, die Produkte und Lösungen auch international anzubieten, um mit KI zu wachsen.

Während noch wenige wussten, was es mit der Künstlichen Intelligenz in der Radiologie auf sich hat, verfolgten Florence Moreau, Antoine Jomier und Gaspard D’Assignies schon einen konkreten Plan. Sie gründeten 2018 mit Incepto ein Unternehmen, um Radiolog:innen bei der Diagnostik zu unterstützen und um die Prozesse in der Radiologie zu verbessern.

18_incepto - Clemens Aufmacher
„ Schon bei den ersten Gesprächen waren deutsche Interessent:innen davon beeindruckt, dass Incepto bereits eine stattliche Substanz vorweisen kann. Anhand zahlreicher Installationen in Frankreich können wir zeigen, dass unser Konzept funktioniert.“ 
Clemens Janus, 
General Manager Incepto Deutschland 

„Antoine brachte seine Vertriebskenntnisse in das Unternehmen ein, Florence kannte sich als Verantwortliche für die Entwicklung von Befund-Workstations perfekt mit Technik und Softwareentwicklung aus und Gaspard verfügt als Radiologe letztendlich über die medizinischen Kenntnisse“, charakterisiert Clemens Janus, General Manager Incepto-Deutschland, die Gründerpersönlichkeiten des jungen Unternehmens. Clemens Janus und zwei der Gründer, Antoine Jomier und Florence Moreau, können bereits auf eine langjährige Tätigkeit bei einem US-amerikanischen Radiologie-Unternehmen zurückblicken.

Alle drei Gründer verfolgten dasselbe Ziel, Künstliche Intelligenz in der Radiologie voranzutreiben und entwickelten binnen kurzer Zeit nicht nur eigene KI-Algorithmen, sondern auch eine Integrationsplattform, um ebenfalls KI-Apps anderer Hersteller nahtlos einzubinden und mit Künstlicher Intelligenz zu wachsen.

Innovative Plattform

Obwohl in Deutschland bereits mehrere Anbieter sogenannter digitaler Marktplätze aktiv sind, sieht Clemens Janus die Zukunft von Incepto durchaus positiv, denn seiner Meinung nach hinkt der deutsche Markt, verglichen mit anderen europäischen Ländern, zwei Jahre hinterher. „Schon in den neunziger Jahren bei der Markteinführung von RIS und PACS war zu sehen, dass die Radiologinnen und Radiologen in Deutschland bei Investitionen in moderne Technik zurückhaltender sind als andernorts“, blickt Janus zurück. „Andererseits ist es charakteristisch für den deutschen Markt, dass, sobald eine Akzeptanz vorhanden ist, das Wachstum besonders rasant vor sich geht. Damals hat Deutschland im PACS-Markt den Vorsprung von USA oder Frankreich sehr schnell aufgeholt.“

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Incepto verfügt über Fachwissen, um ein Portfolio an KI-Lösungen in eine einheitliche, sichere und interoperable Plattform zu integrieren. 
Grafik: Incepto Deutschland 

Das Argument, in Deutschland würde die DSGVO die IT-Entwicklung bremsen, kann Clemens Janus nicht nachvollziehen. Er selbst spricht sich dafür aus, dass der Schutz medizinischer Daten einen hohen Stellenwert haben sollte, denn wer genau nachliest wird sehen, dass die Innovationsförderung ein Grundprinzip der DSGVO darstellt. Wenn man wirklich möchte, kann man ganz viel machen.

Der General Manager von Incepto Deutschland betrachtet vielmehr den in Deutschland vorhandenen Investitionsstau bei digitaler Infrastruktur als Entwicklungshemmnis. Seiner Meinung nach geht es in den Kliniken erst noch darum, die Grundlagen für die Digitalisierung zu schaffen und das Gesundheitswesen technologisch auf denselben Stand zu bringen, wie er in einigen Nachbarländern schon gegeben ist. „Außerdem ist hierzulande die Fragmentierung der einzelnen IT-Systeme in zahlreichen Häusern besonders ausgeprägt und viele Abteilungen haben eigene kleine Inseln geschaffen“, sagt Janus. Er sieht das Geschäft mit der Künstlichen Intelligenz in der Radiologie sehr positiv und ist davon überzeugt, dass in den nächsten beiden Jahren viel passieren wird. 

Nahtlose Arbeitsabläufe 

Dass immer mehr Marktplatz-Unternehmen in die Radiologie drängen, ist wahrscheinlich als Beweis dafür sehen, dass der Ansatz, eine Plattform für integrierte und automatisierte Arbeitsabläufe anzubieten, durchaus richtig ist. Denn für Anwender:innen ist es einfacher, sich mit einem Anbieter auseinanderzusetzen, anstatt mit vielen unterschiedlichen KI-Unternehmen zu verhandeln. Für Janus ist die Frage „Marktplatz oder Einzelinstallation?“ schon beantwortet. Für ihn macht nur eine Marktplatzlösung Sinn, da sonst jede einzelne Installation von der Integrationsstrategie bis hin zum Datenschutz neu gedacht werden müsste. 

Clemens Janus ist überzeugt: „Das Konzept von Incepto greift, weil es von Anfang an auf Mehrwert ausgelegt ist. Wir sind in der Lage, den Business-Case des Klientels zu erfassen und umzusetzen. Unser Produkt ist so konzipiert, dass wir KI-Projekte mit geringem Installationsaufwand und geringen Kosten vor Ort umsetzen können.“ Bei dem Incepto-Abo-Modell kann die Kundschaft ihren Vertrag auch kurzfristig wieder kündigen, falls sie keinen Mehrwert erkennen. Jedoch ist es dem Unternehmen in Frankreich bisher gut gelungen, in den Kundenprojekten Mehrwert durch KI-Lösungen zu generieren und hat dadurch bislang keine Kündigungen zu verzeichnen.

Vertrauen verbessern 

Für das Wachstum von KI sieht der Manager zwei Dimensionen: Zum einen die Volumensteigerung einzelner Use-Cases durch das institutionsübergreifende Ausrollen von KI-Apps. Zum anderen die Ausweitung des Anwendungsspektrums auch über die Radiologie hinaus durch neue KI-Apps. Incepto schätzt, dass sich mit etwa 25 KI-Apps der Großteil der durch KI zu unterstützenden Use-Cases in der Radiologie abdecken lassen. 

Incepto möchte keine 100 Applikationen auf der Plattform haben, sondern nur so viele, wie vernünftigerweise notwendig sind, um ein komplettes Anwendungsspektrum abzubilden. Das französische Unternehmen verfolgt den Anspruch, die klinischen Prozesse tief zu durchdenken und die Algorithmen aller angebotenen Hersteller zu verstehen, um die Interessierten bestmöglich zu beraten. 

„Nicht jeder, der sagt, er kann KI, kommt bei uns auf die Plattform. Wir haben einen ausgeprägten Auswahlmechanismus, um die KI-Apps anderer Hersteller zu validieren“, bestätigt Janus. Letztendlich geht es darum, Vertrauen aufzubauen: Vertrauen in die Algorithmen und Vertrauen in die neuen KI-Unternehmen. 

Momentan besteht das größte Interesse für KI bei großen Kliniken, beziehungsweise bei Klinik- und Praxisverbünden. Aufgrund von Economies-of-Scale-Betrachtungen sind diese großen Einheiten auch diejenigen, die als erstes Wirtschaftlichkeitsrechnungen durchführen, um sich mit Hilfe von KI den sich ändernden Anforderungen an die Gesundheitsversorgung zu stellen.

ww.incepto-deutschland.de