Mobiles MRT für HerzCheck im ländlichen Raum

Mobiles MRT für HerzCheck im ländlichen Raum

Die medizinische Versorgung des ländlichen Raums mit qualitativ anspruchsvollen Untersuchungen ist eine vorrangige Herausforderung. Die will das Projekt HerzCheck lösen. Ein mobiles MRT, das das Berliner Unternehmen medneo samt Fachpersonal und umfassender IT-Infrastruktur zur Verfügung stellt, tourt über Land und realisiert so Herzuntersuchungen strukturschwächeren Regionen. „Das Herz-MRT ist die Kaiserdisziplin der Bildgebung und wird bisher fast ausschließlich in spezialisierten Zentren in Großstädten angeboten. Jetzt können wir High-End-Untersuchungen zu den Menschen vor Ort bringen“, verdeutlicht Prof. Dr. Alexander Huppertz, Radiologe und Initiator des Projektes HerzCheck, die Innovationskraft des mobilen MRT.

Highend-Untersuchungen in Flächenländern

Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sind typische Flächenländer mit einer geringen Bevölkerungsdichte und vielen alten Menschen. Umso wichtiger ist die Sicherstellung einer wohnortnahen Versorgung – insbesondere für Erkrankungen, die eine hochmoderne Medizin erfordern. Ein Beispiel dafür sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die häufigste Todesursache in Deutschland. Insbesondere die Häufigkeit der asymptomatischen (symptomfreien) Herzinsuffizienz nimmt stetig zu, aktuell leiden etwa 2,5 Millionen Menschen daran. Wird sie früh erkannt und gezielt behandelt, können Lebensqualität und Lebenserwartung der Patient:innen gesteigert werden.

Genau dafür will das Innovationsprojekt HerzCheck sorgen. Mithilfe einer mobilen MRT-Einheit von medneo inklusive IT-Infrastruktur und telemedizinischer Betreuung durch spezialisierte Ärtz:innen mit langjähriger Erfahrung soll Hightech-Medizin jedem in den nordöstlichen Bundesländern zur Verfügung stehen. Das Projekt wird über eine Laufzeit von insgesamt drei Jahren vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesauschusses (G-BA) gefördert. In dieser Zeit sollen bis zu 6.000 Patient:innen untersucht werden. Konsortialpartner sind neben medneo das Deutsche Herzzentrum Berlin (DHZB), die AOK Nordost, das Herz- und Gefäßzentrum Bad Bevensen, die Universitätsmedizin Göttingen und die Universitätskliniken Heidelberg und Köln. Konsortialführer ist Prof. Dr. Sebastian Kelle, Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie, Oberarzt am DHZB und Universitätsprofessor an der Charité. Koordiniert wird das Projekt von Prof. Dr. Alexander Huppertz, Facharzt für Diagnostische Radiologie und Professor an der Universität Potsdam.

Hightech für die Herzgesundheit

Für HerzCheck stellt medneo speziell umgebaute Trailer mit hochmoderner MRT-Diagnostik samt medizinischem Fachpersonal und IT-Technologie zur Verfügung. Sie werden an regionalen Kliniken oder ambulanten Einrichtungen aufgestellt und können dort von den eingeladenen Patient:innen besucht werden. Die Untersuchung dauert lediglich zehn bis 15 Minuten.

Danach werden die Untersuchungsdaten unter Beachtung aller Datenschutzvorgaben online an einen Facharzt im DHZB zur Befundung geschickt. Die Befunde werden zusammen mit Empfehlungen für die weitere Behandlung an die Hausärzte der Patient:innen versendet. Die kümmern sich dann in der Folge um Betreuung und Therapie.

„Wir sind stolz, den Grundstein für dieses innovative Projekt zu legen“, sagt Dr. Matthias Issing, Co-Founder und Geschäftsführer von medneo. „Mit unseren Hightech-Geräten, der IT-Infrastruktur und unserem Betriebs-Know-how schließen wir ressourcenschonend eine Versorgungslücke.“

Neben den mobilen MRT-Einheiten im Projekt HerzCheck betreibt medneo aktuell insgesamt drei Trailer-Lösungen und 18 feststehende Diagnostikzentren in Deutschland, beispielsweise am Sana Krankenhaus Templin, in Potsdam und Berlin. Hinzu kommen weitere zehn Diagnostikzentren in der Schweiz und Großbritannien (acht mobile und zwei feststehende). 

Enge Kooperation mit Ärzt:innen vor Ort

Offiziell wurde das Projekt HerzCheck jetzt von Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher am ersten MRT-Standort im Sana Krankenhauses Templin gestartet. „Die Versorgung im ländlichen Raum ist eine große Herausforderung. Dazu müssen wir die Möglichkeiten der Digitalisierung nutzen. Besonders die Telemedizin wird künftig eine größere Rolle spielen, um flächendeckend und unabhängig von Zentren hochmoderne Technologie verfügbar zu machen. HerzCheck und das mobile MRT sind gute Beispiele dafür. Beide bieten großes Potenzial für die Prävention und Behandlung“, so die Gesundheitsministerin.

Diesen Aspekt betonte auch Prof. Dr. Kelle in seinem Statement: „Wir können heute Tele- und Highend-Medizin fast überall verfügbar machen. HerzCheck tritt den Beweis an, die Versorgung auch außerhalb von Großstädten auf ein universitäres Niveau heben zu können. Wichtig dabei ist allerdings die enge Kooperation mit den Ärzten vor Ort, die ihre Patienten rund um die Untersuchung betreuen.“

Früherkennung hebt Lebensqualität und spart Geld

Die AOK Nordost, einer der Konsortialpartner, betreut rund 1,7 Millionen Versicherte, von denen etwa 90.000 bereits an einer Herzinsuffizienz erkrankt sind. „Wir wollen unser Leistungsversprechen gegenüber unseren Versicherten erfüllen“, sagt die Vorstandsvorsitzende Daniela Teichert, „und wollen dazu die Versorgung im ländlichen Raum zunehmend durch den Einsatz moderner Technologie gewährleisten. Gerade bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen helfen uns die Früherkennung und eine rechtzeitige Versorgung, die Prognose für die Patientinnen und Patienten zu verbessern und ihnen ein angenehmeres Leben mit der Erkrankung zu ermöglichen. Mobile Einheiten wie die von medneo sind ein wichtiger Baustein in der flächendeckenden Versorgung ländlicher Regionen, da der Weg zu einem MRT sonst häufig zu weit ist.“

Besonders wichtig ist ihr die wissenschaftliche Begleitung des Projektes. „Wir benötigen valide Ergebnisse, um einen nachhaltigen Betrieb gewährleisten zu können. Die Studie soll zeigen, ob und in welchem Umfang die Prognose der Patienten mithilfe moderner Versorgungsstrategien verbessert werden kann. Zeigen sich hier positive Effekte, haben wir gute Chancen, dass diese Versorgung zukünftig allen Menschen zur Verfügung steht“, so Daniela Teichert.

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