Brainlab übernimmt medPhoton mehrheitlich

Die kombinierten Ressourcen beider Unternehmen ermöglichen noch tiefgreifendere Innovation im Bereich der intraoperativen Bildgebung

Brainlab gab am 12.5.2022 die mehrheitliche Akquisition der medPhoton GmbH bekannt. Das österreichische Unternehmen mit Sitz in Salzburg entwickelt und produziert bildgebende Systeme in der Chirurgie und Strahlentherapie. Seit mehreren Jahren verbindet die beiden Unternehmen eine enge Partnerschaft im Bereich der intraoperativen Bildgebung, die 2020 in der Markteinführung des Bildgebungsroboters Loop-X resultierte. Brainlab finanzierte die Entwicklung des Loop-X mit, investierte strategisch in das Salzburger Unternehmen und brachte den Bildgebungsroboter als Exklusiv-Distributor für die Chirurgie auf den Markt.

„Mit dem Zusammenschluss von Brainlab und medPhoton wollen wir auf den bisherigen Erfolg von Loop-X aufbauen und die Zukunft der intraoperativen Bildgebung entscheidend mitgestalten“, so Stefan Vilsmeier, Gründer und Vorstandsvorsitzender von Brainlab. „Auf diese Weise können wir die unternehmerischen Tätigkeiten und die technologische Innovationskraft beider Unternehmen vereinen und besser aufeinander abstimmen. Unser gemeinsames Ziel ist es, die Marktposition von Loop-X als intraoperatives 3D-Bildgebungsgerät in der Chirurgie zu verbreitern – damit Ärzt*innen ihren Patient*innen bessere Behandlungsmöglichkeiten bieten können.“

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Stefan Vilsmeier, Gründer und Vorstandsvorsitzender von Brainlab

Der mobile Bildgebungsroboter Loop-X ist heute zentraler Bestandteil des Robotik-Portfolios bei Brainlab und weltweit in zahlreichen Krankenhäusern bereits Teil des klinischen Alltags. Chirurgische Fachkräfte haben mit Hilfe von Loop-X Zugriff auf flexible 2D- und 3D-Bildgebung in hoher Auflösung und gewinnen an Flexibilität und Bewegungsfreiheit während der Operation. Dank automatisierter Schritte bei der Bildgebung und robotischer Assistenz setzt Loop-X neue Standards in der Chirurgie. So ermöglicht die unabhängige Bewegung der Bildgebungskomponenten eine nicht-isozentrische Bildgebung. Es können jetzt Strukturen dargestellt werden, die deutlich größer sind – zum Beispiel das Becken. Eine Patient*innen-maßgeschneiderte Bildgebung erlaubt es jedoch, auch deutlich kleinere Bereiche abzudecken – dadurch kann das Strahlungsvolumen auf die Regionen limitiert werden, wo es wirklich benötigt wird. Neben der diagnostischen Bildgebung kann das intelligente Gerät auch Teilinformationen erfassen und intraoperative anatomische Veränderungen digitalisieren. Dadurch lässt sich das digitale Modell der Patient*innen aktualisieren, das durch Aggregieren präoperativer Bilder erstellt wurde.

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Heinz Deutschmann, Geschäftsführer bei medPhoton

Heinz Deutschmann, Geschäftsführer bei medPhoton, freut sich auf den Ausbau der strategischen Partnerschaft: „Von Anfang an glaubte Brainlab an unsere Innovationsstärke, Kreativität und Dynamik, die wir in der Strahlentherapie zeigen konnten und unterstützte uns maßgeblich dabei, in gemeinsamer Entwicklungsarbeit auch in den chirurgischen Fächern Fuß zu fassen und unsere Produktionskapazitäten auszubauen. Wir werden nun Forschungs- und Entwicklungsarbeiten koordinieren, um neben der erfolgreichen Produktion von Loop-X zukünftig Systeme der nächsten Generation zu entwickeln, die neue medizinische Anwendungen zur Verbesserung von operativen Eingriffen und Therapien ermöglichen. Daher ist die mehrheitliche Übernahme durch Brainlab für uns ein logischer Schritt, um unser wichtigstes Ziel zu erreichen: Forschungs- und Entwicklungsarbeit auf höchstem Niveau und die Produktion von Medizintechnik in bester Qualität auszubauen – für effizientere Therapien verbunden mit höchster Sicherheit für unsere Patient*innen.“

medPhoton wird auch weiterhin als eigenständiges Forschungs- und Entwicklungsunternehmen innerhalb der Brainlab Gruppe agieren. Gemeinsam werden Brainlab und medPhoton weitere Anwendungsbereiche der Technologien in der Strahlentherapie, wie Brachytherapie, Partikeltherapie und intraoperative Radiotherapie erforschen und das Know-how am Standort Salzburg weiter ausbauen.