Auf Maß geschneidert

Titelbil Bild: (C) Klinikum Rechts der Isar der TU München 

Die Mammasonographie ist ein wesentlicher Bestandteil der modernen Brustdiagnostik. War die Aufgabe des Ultraschalls in seinen Anfängen lediglich die Differenzierung zwischen soliden und zystischen Befunden, haben technische Entwicklungen die Grundlage für die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten in der Primärdiagnostik, der Führung unterschiedlicher Biopsie- und Markierungsverfahren, von Therapiemonitoring und Operationsführung ermöglicht.

Die Anwendung der bildgebenden Verfahren ist in der „Interdisziplinären S3-Leitlinie für die Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms“ für unterschiedliche Behandlugsszenarien verankert. Hier ist ein Algorithmus beschrieben, mit dem die Abklärung suspekter Befunde im und außerhalb des Screenings empfohlen wird. 

Mikrokalk erkennen 

Der Ultraschall kommt insbesondere bei Frauen mit dichtem Brustgewebe für die Abklärungsdiagnostik zum Einsatz sowie in der Ultraschall-geführten Biopsie. Im Bestreben, die Anwendung der Sonographie für die Identifizierung und Bewertung von Mikroverkalkungen in der Brust zu verbessern, hat Canon Medical Systems MicroPure entwickelt. 

Dabei handelt es sich um eine Bildverarbeitungstechnik, die isolierte Punkte extrahiert und eine bessere Abgrenzung von Mikroverkalkungen gegenüber dem umgebenden Brustgewebe ermöglicht. 

Mit der herkömmlichen B-Mode-Bildgebung lassen sich die meisten Mikroverkalkungen aufgrund des geringen Kontrasts und der Komplexizität der Brustanatomie mit verschiedenen sehr dicht nebeneinanderliegenden Gewebearten nicht abgrenzen.

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„Die Mammographie bildet unverändert die grundlegende Methode im Screening und der Basisdiagnostik. Der Ultraschall ist zielführender bei Frauen mit sehr hoher Brustdichte, bei speziellen Fragestellungen und in der Axilladiagnostik und wird zusätzlich ergänzt durch die MRT, die bei Frauen mit ausgeprägter familiärer Belastung oder nachgewiesener Mutation, nach vorausgegangener Operation oder bei definierten Tumortypen die höchste Sensitivität aufweist.“ 
Dr. med. Dipl. med. Stefan Paepke, 
Leitender Oberarzt Diagnostische und Operative Senologie, Klinikum rechts der Isar der TU München 

Mikroverkalkungen sind oft in Verbindung mit einer Läsion sichtbar; unabhängig von dieser Läsion sind sie jedoch durch das Brustparenchym verdeckt. MicroPure wirkt den Kontrasteinschränkungen der Graustufenbildgebung entgegen, indem die CFAR (für Constant False Alarm Rate) Filtertechnik verwendet. Durch den Vergleich der durchschnittlichen Helligkeit innerhalb eines kleinen Bereichs mit der des zentralen Pixels und die Berechnung der Differenz werden hellere Bereiche, die mikroskopische kleine Regionen darstellen, deutlich als weiße Flecken auf blauem Hintergrund angezeigt und erlauben so die sicherere Größeneinordnung von mikrokalkassoziierten präinvasiven oder tumorbegleitenden Veränderungen und verbessern somit die Operationsplanung. 

Echtzeit-Elastographie 

Die Ultraschallsysteme von Canon verfügen ebenfalls über eine umfassende Elastographielösung mit Rohdatenfunktionalität. Die Elastographie unterstützt die Lokalisierung und Beurteilung von Brustläsionen mit hoher Sensitivität, Spezifität und Reproduzierbarkeit in einer Vielzahl von klinischen Situationen. Die unterschiedlichen Elastizitätsgrade können in parametrischen Bildern quantifiziert oder farbcodiert dargestellt werden. Auffällige Gewebeveränderungen werden quantifizierbar auf dem Ultraschallbild dargestellt und sicherer beurteilt werden. 

Diagnostik der Axilla 

Während der Ultraschall im Gesamtspektrum der Mammabildgebung eingebettet und durch die Limitationen in der Abbildung einzelner Mikroverkalkungen in der Sensitivität begrenzt ist, ist er die führende Methode in der Darstellung und Charakterisierung axillärer Lymphknoten. 

Ultrahochfrequente Sonden mit einer Frequenz von bis zu 33 MHz, verankert im Aplio i 700-System, ermöglichen die Darstellung von Detailstrukturen bis zu einer räumlichen Auflösung von 0.5 mm des Lymphknotens und können somit die Dignitätseinschätzung deutlich verbessern. 

Letzten Endes erlaubt nur die pathologische Untersuchung von Bioptaten aus den Lymphknoten eine endgültige Diagnose – der Ultraschall ist die einzige Methode, mit der eine bioptische Sicherung, die Platzierung von Tumorclips oder Seeds und das intraoperative Aufsuchen im Kontext der gezielten axillären Lymphknotenentfernung möglich sind. 

www.frauenklinik.mri.tum.de 

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